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stefanie’s fragen

Stefanie von zarameh.de hat meinen Blog letzte Woche im Rahmen des Liebsten-Awards nominiert  und mir elf Fragen gestellt, die ich hier beantworte.

Danke von Herzen, liebe Stefanie, dass du an mich gedacht hast und dass dich meine Welt interessiert.

Ich kenne Stefanie inzwischen seit einigen Jahren aus dem Netzleben. Sie begleitet Menschen auf ihrem Lebensweg und hat dabei eine körperliche und spirituelle Annäherung an das Menschsein.
Du findest auf ihrer Webseite ihre Angebote, ihre Artikel und Podcasts, ihre Verlinkung zu FB und vieles mehr.

Ich selbst habe durch Stefanie’s eigene Antworten aus der Reihe des Liebsten-Awards ganz neue Aspekte ihrer Persönlichkeit erfahren. Ich finde es auch immer ganz spannend, wenn wir Fragen anderer Menschen beantworten, anstatt uns in erster Linie unseren eigenen Fragen zu stellen.
So nehme ich mit Dank und Freude Stefanies Angebot an und stelle mich heute ihren Fragen.

Der Liebster-Award ist eine Nominierung, die unter Bloggern stattfindet.
Ich werde allerdings die Regeln hier etwas ändern.

Ich habe in meinem FB-Garten viele Menschen, die sich schreibend einbringen, die aber selbst keinen eigenen Blog haben. So möchte ich 5 (fünf ! ) Menschen die Möglichkeit geben, sich hier meinen Fragen zu stellen (diese folgen ganz am Ende dieses Artikels).

Konkret bedeutet das, dass ihr mir eure Antworten per word zukommen lasst und ich eure Antworten in jeweils einen Blogartikel verarbeite, also ich kümmere mich um das Veröffentlichen, baue eure Fotos mit ein, die ihr mir gerne mitschicken könnt, und veröffentliche das Ganze dann auf Facebook. So wie ich es eben mit meinen eigenen Artikeln mache.
Ihr müsst euch nur bei mir melden via Facebook und das mit mir absprechen. Bitte keine willkürlichen Zusendungen. 

Solltest du einen eigenen Blog haben und meine Fragen gerne beantworten, dann gelten die „normalen“ Awardregeln, bzw. deine eigenen Regeln. Steht alles am Ende dieses Artikels.

Ich möchte diesmal niemanden ernennen, sondern ich möchte gewillten Menschen die Möglichkeit geben, sich zu zeigen.

So, doch jetzt erstmal meine Antworten auf Stefanie’s Fragen.
Viel Spass.

 

 

1. Wer bist du jenseits von Facebook und deinem Berufs-Selbst?

Dieselbe, dachte ich spontan.
Darauf lege ich Wert. Also auf die Transparenz meiner Persönlichkeit.
Dann aber dachte ich an die Teile von mir, die sich in schriftlichen Fb-Kommentaren oder aber in meinen Texten hier nur schwer widerspiegeln. Nicht alles lässt sich immer in Worte fassen.

Ich lache sehr viel.
Und ich rede gerne Unsinn. Der Narr in mir brodelt unter der Oberfläche.

Und dann lache ich noch mehr, spitzbübisch erfreut, wenn ich mein Gegenüber kurz aus der Fassung bringe.
Dieser Aspekt meiner Person wird umgehend im Fleischwelt-Kontakt zu mir sichtbar.
In der virtuellen Welt weit weniger.

Auch bin ich ein Spezialist für Fettnäpfchen.
Meine Spontaneität und meine Unbedarftheit sind mir dabei eine grosse Unterstützung.

Ich gehöre zu den Menschen, die, ohne es zu merken, mit Anlauf und Wonne dort hinein hüpfen, wo andere peinlich berührt diskret zur Seite schauen.
Das ist wieder das schelmische Wirken meines Narren.
Scham und Peinlichkeit sind ihm Fremdworte. Und somit auch mir.

Ein weiterer Stützpfeiler meines Narren ist meine Naivität.

Ich kann der Welt und den Menschen mit grosser Naivität begegnen. Ich habe dieses ganz offene Etwas in mir. Dieses Staunen über alles. Diese Entdeckungsfreude und damit einhergehende Begeisterungsfähigkeit eines Kindes.

Diese Narrenaspekte in mir liebe ich sehr.

Manche hatte ich von Kind auf, andere musste ich erst wieder lernen. Beispielsweise die Befreiung von der Scham. Ich wurde mit einem übermächtigen katholisch-schuldgefärbten Scham- und Schande-Gefühl erzogen. Es war ein Brocken Arbeit, das wieder los zu werden. Doch ich habe es geschafft.

Ich würde diese Seiten von mir gerne sichtbarer machen, also im Netz. Ich freue mich jedesmal, wenn ich einen humorvollen Artikel schreibe. Passiert nicht oft, ich weiss.
Ich komme sicher viel ernsthafter rüber als ich eigentlich bin.
Stimmt nicht…
Ich bin ernsthaft. Sehr.
Aber auch genauso lustig, lachend und leicht.

2. Was ist deine grösste Motivation – dein „WARUM TUE ICH WAS ICH TUE“?

Weil ich nicht anders kann.

Wie oft habe ich das schon verflucht…?
Wie oft war ich dem tief dankbar…?
Es hält sich wahrscheinlich die Waage.

Ich kann nicht anders.
Das war schon immer so.
Was in mir ist, muss raus.

Das ist ein Drang, den ich in mir trage. Oder dann eben nach aussen bringe.
Natürlich hatte ich immer wieder Zeiten in meinem Leben, in denen ich das nicht gelebt habe. In denen ich mich anpassen wollte an Menschen, Gruppen, Rahmenbedingungen, was auch immer.
Doch das ging nie gut auf die Dauer.
Weder mit mir selbst, noch mit meinem Umfeld.

Dieses Folgen meines inneren Dranges hat mich natürlich auch in besondere Lebenssituationen gebracht. Ich habe mit 22 Jahren Deutschland verlassen, um in der italienischen Schweiz und somit auf italienisch Theater zu erlernen. Ich sprach damals jedoch kein Italienisch. Aber mein Drang wiess mich in diese Richtung. Und so habe ich ihm vertraut. Und gelernt. Sowohl die Sprache als auch das Theater.

In meinen Momenten des Zweifels (und ich hatte viele solcher Momente), hielt ich mich an eben diesem Drang fest. Ich vertraute ihm. Darauf, dass ich nicht irgendeinem Hirngespinst nachgegangen bin, sondern meiner tiefen Überzeugung.

Zweifel, Angst, Starre, Flucht, Widerstand etc. gehören auch zu meinem Alltag.
Mir fällt nichts zu.

Ich hole mir, was ich brauche, um weiter zu kommen.
Der Drang in mir hilft mir dabei, mir selbst treu zu bleiben.

3. Was ist deine wichtigste Einsicht (dürfen auch mehrere sein) seit Beginn deiner Selbstständigkeit?

Ich baue meine Selbstständigkeit gerade auf.
Jedenfalls die Berufliche.
Ich habe vor drei Jahren bereits einen Anlauf dafür gemacht und es dann wieder abgebrochen. Weil ich etwas Grundlegendes lernen musste:

Ich kann und will mich nicht verbiegen.

Ich nehme in Kauf, dann vielleicht etwas länger zu brauchen als andere Menschen.
Ich nehme auch in Kauf, eventuell nur eine kleine Zielgruppe anzusprechen.
Ich brauche keinen Hofstaat um mich herum, der mir zujubelt. Mir genügen wenige Menschen mit echtem Interesse an dem, was ich tue oder wie ich es tue.

An diesem ersten Anlauf hatte ich noch wenig Selbstvertrauen, was meine Aussenwirkung angeht, bzw. ich hatte keine, denn ich versuchte, es irgendwie gut zu machen, so wie man es eben tun muss, um etwas zu erreichen.
Nur vergass ich dabei, dass ich selbst ein viel zu unangepasster Mensch bin, um in irgendwelche Raster zu passen, die womöglich allgemeingültig sind, aber nicht stimmig für mich.

Es hat mich Mut gekostet, dann darauf zu bauen, dass ich als Mensch mir durchaus treu bleiben kann und sogar muss, um überzeugen zu können.

Schlussendlich verkaufe ich ja genau dieses:
Was in dir ist, muss raus.
Schau nach dem, was in dir ist. Und bringe es zur Blüte.
Experimentiere das Ungewohnte. Lass dich von dir selbst überraschen.
Erweitere dich ins Ungeahnte.

Ich muss also mit gutem Beispiel vorangehen.
Jedenfalls erwarte ich das von mir selbst.
Das ist der Tribut meiner Glaubwürdigkeit.
Wie soll ich Menschen von etwas überzeugen, das ich selbst nicht lebe?

Ich hasse leere Worte.
Naja, hassen ist zu viel. Ich langweile mich schnell, wenn ich ungelebten Theorien lauschen muss. Worte ohne Konsistenz glitschen an mir vorbei.

So geht es mir auch im Verkauf. Ich will nicht gleitmittelbeschmiert und leicht verdaulich über meine potentiellen Kunden rutschen.
Ich achte darauf, dass ich als Mensch sichtbar werde. Mit all meinen Eigenarten. Ohne darauf zu achten, ob das Gesagte jetzt vielleicht marketingfreundlich ist oder nicht.

Ich bin, wie ich bin.
Damit müssen Menschen zurecht kommen, wenn sie mit mir arbeiten.

Also lege ich viel Wert darauf, dass sie sich ein möglichst realistisches Bild von mir machen können, ehe sie sich zu einer Zusammenarbeit mit mir entscheiden.
Sonst geht es eh in die Hose.

Im Grunde treffen sich diese ersten drei Fragen in ihrem Kern.
Immer in meiner Wahrhaftigkeit bleiben.

Sowohl bei dem, wie ich mich zeige.
Als auch bei dem, warum ich etwas tue.
Und natürlich bei dem, was ich tue.

4. Welchen Wert/Werte erzeugst du bei anderen durch dein Tun/Sein?

Hach, diese Frage, die ich so gar nicht mag.
Bzw. es ist die Frage, die die Anderen besser beantworten können, als ich selbst.

Indem ich lebe, was ich lebe, und dies sichtbar mache…
Indem ich meine eigenen Werte kommuniziere…
Indem ich mich stets mit meinen eigenen Grenzen auseinandersetze…
Indem ich stehe, gehe und auch falle…
Indem ich versuche, greifbar zu sein…
Indem ich Worte auf mein Erleben und meine Empfindungen lege…

Durch all das erzeuge ich so etwas wie Inspiration, Überwindung, eine Welt der Möglichkeiten jenseits unserer Grenzen.
Vielleicht gebe ich einfach meinen eigenen Drang weiter. Oder den Glauben an diesen Drang, der in jedem innewohnt. Denn davon bin ich überzeugt.

Ich denke, dass es das ist, was ich wachrufe.

Meine konkrete Arbeit, also die Ausdrucksarbeit über Stimme und Körper, ist lediglich ein Mittel zum Zweck.
Sie ist die Sprache, die ich am besten spreche. Und so kann ich durch sie meine Werte am besten vermitteln. Noch dazu auf spielerische Art und Weise.

Doch schlussendlich kommen die Menschen nur anfangs wegen der Stimme zu mir. Sie ist ein Tor, das zu meiner Welt führt. Genauso wie meine Blogartikel. Oder meine Bilder. Oder meine Holzarbeit. Oder meine Fotos.
Die Mittel sind völlig egal. Egal im Sinne von gleichwertig.

Es geht immer um das, was unter der Oberfläche ist.
Es geht um das, was wir irrtümlicherweise nicht mehr als offensichtlich wahrnehmen.
Es geht um den Urzustand und das Wesentliche.

Das kann für jeden Menschen etwas anderes sein.
Für mich ist es das Menschsein.
Wirkliches Menschsein.
Sich selbst sein.
Mit allen Konsequenzen.

Jedenfalls glaube ich, dass es das ist, was die Menschen bei mir anspricht.

5. Wie erlebst du die momentane Zeitqualität?

Ich verstehe deine Frage nicht, liebe Stefanie.
Was ist Zeitqualität?
Und was ist momentane Zeitqualität?

Vielleicht meinst du unsere Gegenwart? Also unsere gesellschaftliche Gegenwart und Realität?
Oder du meinst konkret, wie wir heute mit unserer Zeit umgehen?
Oder vielleicht etwas ganz anderes.

Antwortversuch zu einer unverstandenen Frage:

Ich picke mir das Wort „erleben“ heraus.
Ich versuche, mein Erleben aktiv zu gestalten. Das ist nicht immer möglich.
Oder sagen wir so, manchmal habe ich nicht die Kraft, mich gegen mein Umfeld abzugrenzen und so dringt es in mich so weit ein, dass ich es durchleben muss. Ob ich will oder nicht.

Ich akzeptiere es.
Ich bin ein Mensch, der versucht, das Beste aus jeder Situation zu machen.
Dabei akzeptiere ich auch den Schmerz.

Ich flüchte nicht vor schmerzhaften Situationen. Ich erlebe sie. Und lerne aus ihnen.
Dabei ist es egal, ob es emotionaler oder körperlicher Schmerz ist. Mein Schmerz ist lediglich ein Wegweiser. Ein Zugang zu meiner inneren Wahrheit. Oder eine Auseinandersetzung mit meinem Drang und meinem Willen, die nicht immer einig sind.

Ich erlebe das Leben.
Und somit auch unsere Gesellschaft in unserer Gegenwart.
Und somit auch die Qualität bzw. einfach den Zustand dieser Gesellschaftsrealität.

Ich erlebe. Und ich gestalte. Mit dem, was um mich ist.
So lebe ich.
Und so arbeite ich.
Es ist meine Grundhaltung.

Konkret in meiner Arbeit bedeutet dies, ich erschaffe die Umstände, die ich brauche, um etwas darzustellen, aus der gegebenen Realität heraus. Diese kann ich mittels meines Zutuns erweitern. Und somit kann ich meine Kreativität und ihren Ausdruck erweitern.

Beispiel:
Ich möchte ein Stück von Shakespeare inszenieren. Nehmen wir Romeo und Julia. Ich habe aber nur drei Schauspieler. Also schreibe ich das Stück so um, dass es mit drei Schauspielern auskommt.
Vielleicht muss jeder mehrere Rollen spielen.
Vielleicht sind Romeo und Julia Fixrollen und der Dritte wird zum Erzähler.
Vielleicht spielt jeder jeden.
Vielleicht wird es ein Marionettenstück.
Oder wir können durch Maskenspiel andere Rollen abdecken.
Vielleicht wird alles gesungen oder getanzt.
Vielleicht können meine Schauspieler aber nicht singen, dann habe ich mein Wissen und meine Methoden, um dem abzuhelfen.
Vielleicht haben sie nie Maskenspiel gemacht. Dann habe ich wieder mein Wissen, mit ihnen daran zu arbeiten.
Und so weiter und so fort.
Sicher ist, dass am Ende „Romeo und Julia“ auf der Bühne stehen wird.
Gebastelt aus all den Realitäten, die sich zusammengefunden haben.

Was zeigt das?
Ich werde nie sagen: Das ist unmöglich, denn es fehlt mir an Schauspielern.

So lebe ich auch.
Und das ist für mich der Luxus unserer heutigen Zeit.
Wenn wir bereit sind, neue Wege zu suchen, so können wir alles umsetzen, was wir wollen.

Insofern erlebe ich unsere momentane Zeitqualität als gut.
Ist das die Antwort auf deine Frage?

 

6. Die eine Sache, die du sofort ändern würdest, wenn du könntest? (Vielleicht kannst du ja sogar!?)

Ich ändere sofort immer alles, was in meiner Macht steht.

Ja. Manchmal bin ich faul. Das gebe ich zu.
Manchmal bin ich bequem. Und arrangiere mich mit meinem Umfeld, mit meiner Faulheit, mit meiner Lauheit.

Doch grundsätzlich hält das nicht lange an, da ich mich dann selbst nicht mehr ertrage.

Und da ich ganztägig und nächtlich vollumfänglich mit mir leben muss, versuche ich, so erträglich wie möglich für mich selbst zu sein.
Gelingt mir wahrlich nicht immer!

Vielleicht könnte ich spontan sagen:
Ich hätte gerne schon mein fertig gebautes Tiny House und würde gerne morgen hinein ziehen.

Ja, stimmt. Das wäre sehr geil.
Aber es wäre nur dann sehr geil, wenn ich es auch selbst gebaut hätte.
Und das Bauen braucht eben Zeit.
Und die muss ich jetzt investieren.
Es war ja mein Ziel, in meinem selbsterbauten Haus zu leben. Und nicht in einem vorgefertigten.
Der Preis ist also das Erlernen und das Bauen. Und die Zeit und das Geld, das es kostet.
Und die Höhen und Tiefen.
Und die Fehler und die genialen Ideen, die aus ihnen entstehen.

Um all das möchte ich mich nicht bringen.
Ich kann es wieder auf mein gesamtes Leben beziehen.

Nein, ich möchte nichts ändern. Denn jeder einzelne Schritt, den ich gehe, bringt mich entscheidend weiter. Wichtig ist lediglich, dass ich mich immer weiter bewege.

7. Dein grösster Fehler, aus dem du die grösste Weisheit/ Einsicht gewonnen hast?

Ohlàlà…
Das sind alles so grosse Fragen…

Wie du selbst es schon in der Frage schreibst, sind die grössten Fehler oftmals die besten Weisheitslehrer. Insofern empfinde ich Fehler nicht als solche.

Soll ich sagen, es war ein Fehler, nach der Theaterschule nach Frankreich gegangen zu sein?
Ja, bestimmt hat dies meine Karriere beeinflusst. Ich hatte andere Pläne für meinen beruflichen Werdegang. Vor allem deutschsprachige.
Andrerseits hat mich das Abgeschnittensein von der deutschen Sprache dazu gebracht, tief in den Klang einzusteigen, hinter die Worte zu sehen, Vibration und ihre Verbindung zum Leben zu erforschen. Das ist heute meine Arbeits- und Lebensgrundlage. Und meine Stärke.

Soll ich sagen, ich habe den falschen Mann zum Gatten gewählt?
Ja, ist bestimmt richtig, ich wusste es eh von vorneherein. Mein Gatte blieb er auch nicht lange.
Doch er war der richtige Mann, mit dem ich meine wunderbaren Söhne bekommen habe. Auch wenn wir als Eltern wahrlich nicht dieselben Ansichten haben, so war er doch all die Jahre eine grosse Herausforderung für mich (und ich für ihn) in der Auseinandersetzung und in der Erziehung.

Soll ich sagen, ich hätte mir den Folgemann sparen können und wäre so nicht mit meiner Verzweiflung und meinem Todeswunsch konfrontiert worden?
Ja, gewiss, ich hätte mir Einiges erspart.
Doch ich hätte heute auch weit weniger Verständnis für die Irrungen unseres Menschseins. Und ich hätte mich vor lauter beziehungstechnischem Stillschweigen nicht explosiv in französischer Sprache durch Theaterstücke, Lieder und Texte freigeschrieben.

Nein, es gibt keine grossen und kleinen Fehler.
Ich bereue nichts.
Alles, was ich bisher gelebt habe, war richtig.
Alles war und ist mir eine Lehre.
Auch wenn sich mir manchmal der Sinn nicht gleich erschliesst. Irgendwann verstehe ich ihn immer.

Es wäre ein Fehler gewesen, wenn ich mein Leben wirklich beendet hätte.
Ich hätte mich um viel Freude und Erfahrung gebracht.
Das ist sicher.
Trotzdem verstehe ich es gänzlich, wenn ein Mensch diesen Weg bis zu Ende durchgeht und sein Leben lässt. Mich hielt in meiner Verzweiflung nur ein Gedankenspiel:

Und was ist, wenn es doch stimmt und ich mit all meinen Lebensthemen wiedergeboren werde? 
Und wenn all die Dinge, die ich in diesem Leben nicht anschaue, im nächsten Leben wieder auf meiner Liste stehen? Und ich wieder von vorne anfangen muss mit all diesen Erfahrungen?

Dann dachte ich „ohgott, bloss nicht! Nochmals schaffe ich das nicht! Das tu ich mir nicht an!“.
Das hat mich gerettet.
Im Grunde genommen waren es meine Faulheit und Bequemlichkeit.
Und so wird alles wieder relativ.
Wir assoziieren oftmals Negatives mit Faulheit.
Irrtum.

Es kommt immer auf die Umstände an.
Immer und ausschliesslich.

8. Was ist dein „1.Mio-Euro-Tipp“ an gerade beginnende (Online-) Solopreneure?

Nun ja, eine Million Euro habe ich noch lange nicht verdient. Weder online noch outline.
Mein Tipp generell ist:

Sei so, wie du bist.
Und tu nicht so, als seist du wer anderes.
(Merkt man eh.)

Im Französischen gibt es da einen schönen Spruch:
Ne pas péter plus haut que son cul.
Furze nicht höher als dein eigener Arsch.
Gefällt mir gut und passt.

9. Welches sind deine wichtigsten Werte und wie bist du zu ihnen gekommen?

Wie sich aus all den vorangegangenen Antworten erschliesst, habe ich nur einen Wert:

Lebe, was du bist.
Und lebe es bewusst.

Der Rest erschliesst sich daraus.

10. Von welchem Thema hast du dich selbst (natürlich auch mit Hilfe) geheilt?

Ich brauchte viel Hilfe, um mein verkorkstes Selbst einigermassen zu strukturieren.
Der Grundaufbau meiner Persönlichkeit war nicht stabil. Ich war ein gut funktionierender Soldat, heute bin ich eher ein Krieger, der nicht mehr zu Waffen greifen muss.

Schlüsselerkenntnisse in meinem Leben waren:

Ich bin wohl der Anlass, nicht aber der Grund. 
(Die Befreiung von der Schuldfrage.)

Wieviel Wert hat mein „Ja“, wenn ich nicht „Nein“ sagen kann?
(Das Akzeptieren des Nicht-Akzeptierens.)

Etwas nicht zu erreichen, bedeutet nicht, dass ich schlecht bin.
Oder: meine Fehler sind gut, denn sie lehren mich. Ich werde unweigerlich Fehler machen, wenn ich lerne.
(Die Auseinandersetzung mit Erfolg und Wert.)

Liebe ist auch Krieg.
(Das Ablösen von zu eingleisigen Sichtweisen.)

Nehmen lernen ist Selbstliebe.
(Weg vom abwartenden Bekommen-wollen, hin zum aktiven aus-dem-Leben-schöpfen.)

Schmerz ist Leben.
(Jammer und Leid als Lebensbremse. Schmerzannahme zum Selbstverständnis und als Lebenslehre.)

Ich könnte noch weit mehr Punkte anführen.
Bin ich geheilt von alledem?
Ich arbeite dran.
Manches habe ich abgeschlossen, denke es zumindest, dann kommt es irgendwo wieder zum Hintertürchen herein. Der Vorteil mit den Jahren ist, dass ich es schneller erkenne und dementsprechend handeln kann.

11. Was ist dein nächst grösseres Ziel/Projekt (beruflich und/oder privat)?

Immer noch der Bau meines Tiny House.
Immer noch, denn ich habe eine ähnliche Frage vor zwei Jahren zu einem Liebsten-Award beantwortet. Dieser Bau ist ein grosses Projekt, inzwischen habe ich eine Ausbildung zum Kunstschreiner durchlaufen, um wieder einen Schritt näher an mein Ziel zu kommen.

Meine privaten und beruflichen Ziele gehen schon immer Hand-in-Hand.
Das kommt wohl durch meinen künstlerischen Lebensweg.

Dieses Leben in einem Tiny House, das ich anstrebe, ist die Quintessenz der Umsetzung meiner Suche nach dem Wesentlichen.

Das finde ich in all meinen Lebenserfahrungen.
Darum geht es mir auch beim Schreiben, bei der Stimmarbeit, auf der Bühne, beim Malen.
Darum geht es mir immer.

 

Liebe Stefanie, ich danke dir für deine Fragen. Ich bin dankbar für die Auseinandersetzung. Danach, zu schauen, was hier und heute richtig für mich ist.

Und jetzt zu den Menschen, die sich meinen Fragen stellen möchten.

Solltest du einen Blog haben, so melde dich bitte auch kurz bei mir und gib mir Bescheid. Auch hier möchte ich die Teilnehmer gerne auf 5 (fünf ! ) beschränken.
In diesem Fall könnte dein Rahmen wie folgt aussehen:


WENN DU TEILNEHMEN MAGST, KANNST DU DIESEN LEITFADEN GERN ÜBERNEHMEN:

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat, hinterlass ein Kommentar verlinke den Blog dieser Person in deinem Beitrag.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere eine beliebige Anzahl Blogger für den Liebster Award. (Natürlich nur, wenn sie dem Ganzen vorher zugestimmt haben).
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diesen Leitfaden in deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen.
  6. Informiere deine nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Artikel.

 

Solltest du eine der fünf Menschen sein, die sich hier auf meinem Blog vorstellen möchten, dann gelten die oben genannten Bestimmungen, also melde dich einfach erstmal bei mir.
Ich bitte dich dann auch um ein Foto und eine kurze Vorstellung deiner Person.


Hier nun meine Fragen:

  1. Wie lebst du und warum?
    .

  2. Was bedeutet „wesentlich leben“ für dich?
    .

  3. Lebst du kreativ? Und wie sieht das aus?
    .

  4. Wie sieht dein Traumleben bzw. Lebenstraum aus?
    .

  5. Was ist dein Lebens- oder Handlungsantrieb?
    .

  6. Was waren die grössten Einschnitte in deinem Leben? Und wie bist du mit ihnen umgegangen?
    .

  7. „Sichtbar leben in der virtuellen Welt“ – Was bedeutet das für dich?
    .

  8. Welchen Stellenwert haben soziale Netzwerke für dich und wie lebst du das aus?
    .

  9. Inwiefern kannst du deine Haltung in der virtuellen Welt verkörpern?
    .

  10. Die virtuelle Gemeinschaft – Ist sie Freund oder Feind? Schall und Rauch oder wahre Begegnung?
    .

  11. Wie stellst du dir unsere zukünftige Gesellschaft in Hinsicht auf das Gleichgewicht zwischen virtueller Realität und „Fleischleben“ vor?
    (Mit Fleischleben bezeichne ich das Leben in unserer fleischlichen Realität.)
    .


Ich freue mich auf eure Antworten!
Meldet euch bitte.

 

Published in gedanken zum leben

2 Comments

  1. Liebe Mirjana.
    Wie du weisst, schätze ich deine „Art zu Schreiben“ und deinen Gedanken zu folgen ohnehin. Jetzt möchte ich gerne zu jeder Frage mindestens 2 neue Fragen stellen. 😀 lach
    Ich glaube, wir könnten uns tage- und nächtelang austauschen. Deine Form der „Wortakrobatik“ gefällt mir sehr. Nicht ein Wort/ eine Bedeutung einfach so hinzunehmen.
    Wertvoll. Mögen viele Menschen diesen Wert (Und all deine anderen) erkennen!
    Stefanie

    • Liebe Stefanie,
      ich danke dir für all diese Gedankenanstösse. Ich habe dadurch wieder einmal gesehen, wie wichtig es doch ist, sich der Welt zu stellen und den Menschen. Sich aus seinem eigenen Denken hinaus zu bewegen. Sein Leben von einer anderen Warte aus zu betrachten.

      Ja, da gäbe es bestimmt viel zu erzählen und zu ergründen, wenn wir uns treffen würden.
      Oder ich sage es lieber konkret:
      Wir werden uns treffen und uns tage- und nächtelang austauschen.
      Punkt.
      Jetzt geht es nur noch ums Umsetzen.

      Danke für deine Anerkennung.
      Ich grüsse dich.
      Herzlich.

      mirjana

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