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ehrlich…

Es geht immer um die Ehrlichkeit zu uns selbst.
Davon bin ich überzeugt.

Ob wir die Welt belügen, scheissegal, doch am Ende des Tages, oder aber am Ende unseres Lebens, spätestens da werden wir schauen müssen, wie es um unsere Ehrlichkeit zu uns selbst steht.

Ich könnte es auch Treue nennen. Die Treue zu uns selbst.
Ich selbst bin der einzige Mensch, dem ich absolute Treue schulde.
Sag das ruhig einmal mit lauter Stimme:

Ich selbst bin der einzige Mensch, dem ich absolute Treue schulde.

Und?
Bist du dir treu?
Immer?
Und wirklich?

Wirklich…

Wie definieren wir wirklich?
Wie definieren wir Ehrlichkeit zu uns selbst?

Tag 27 meiner Reise der Umkehr.

Der Preis, den wir bezahlen.

Für jede Entscheidung, die wir treffen, bezahlen wir einen Preis. Davon bin ich überzeugt.
Das Leben schenkt uns nichts.

Und es geht mir jetzt nicht um Karma oder sonst irgendwelche Glaubensansätze und Interpretationen. Auch nicht um so Zeugs wie Energieausgleich. Das ist eines dieser neudeutschen Worte, die mir die Haare zu Berge stellen.

Es geht um den Preis.
Um den Tribut, den das Leben fordert.
Wir müssen ihn bezahlen, in welcher Form auch immer.
Und zwar für alles.

Tag 27…

Ich trage heute einen grossen Schmerz in mir.
Hinsichtlich meines Lebens.
Ich bedaure nichts, darum geht es mir nicht.

Ich habe gelebt, was ich zu leben hatte.
Ich habe mich frei entschieden zu dem Leben, das ich geführt habe.

Und ja, wir sind immer auch das Resultat unserer Erziehung und unserer Kindheitserfahrung und blablabla. Darum geht es mir nicht.
Ich bin klar, sowohl mit meinem Leben, als auch mit mir selbst.
Ich mache mir da nichts vor.
Diese Ehrlichkeit zu mir selbst habe ich.
Ich habe mich ergründet.
Und habe Klarsicht.

Vor 16 Jahren trennte ich mich vom Vater meiner Söhne und entschied, in Frankreich zu bleiben, bis unsere Kinder erwachsen sind.

Diese Entscheidung habe ich klarsichtig getroffen, ich habe sie konsequent gelebt, und ich habe immer versucht, trotzdem das Beste für mich aus dieser Situation zu machen. Meine Entscheidung zog auch Konsequenzen nach sich, die nicht immer gut für mich waren. Oder sie waren nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber selbst das ist völlig zweitrangig und banal.
Ich habe viel gelernt aus meinem Leben und bedaure nichts.

Im Grunde geht es nicht einmal um meine spezielle Entscheidung, die ich hier als Beispiel nehme. Es geht um all die grossen und kleinen Entscheidungen, die wir treffen im Leben. Es geht mir darum, die Lupe auf sie zu legen und zu schauen, was dort, ganz in der Tiefe passiert.
Wirklich passiert.

Der Preis, den wir bezahlen müssen.

Viele Menschen sträuben sich schon hier, sie denken irrtümlicherweise, das Leben mache ihnen, aus welchem Grund auch immer, einen Sonderpreis.
Heute Schnäppchentag! Drei Erfahrungen zum Preis von einer.

Oder aber sie denken, das Leben sei ihnen etwas schuldig.
Das habe ich noch nie verstanden. Aber egal.

Es geht darum, dass wir den Preis annehmen.
Verhandeln können wir ihn nicht.
Wehren können wir uns im Grunde auch nicht.

Wir müssen nur lernen, ihn anzunehmen.
Ehrlich anzunehmen.

Nicht jammern.
Nicht feilschen.
Nur annehmen.
Ich habe ihn angenommen.
Und ich habe ihn bezahlt.

Doch danach kommt etwas, das ich soweit nicht einkalkuliert habe.
Es kommt der Schmerz.

Ich dachte heute, dass wir den Schmerz wohl gar nicht leben können, während wir den Preis bezahlen. Wahrscheinlich wäre das einfach zu viel.
Zu viel zu ertragen.
Zu viel von uns erwartet.
Was auch immer.

Wir können es nicht.
Erst bezahlen wir.
Und dann, irgendwann später, kommt der Schmerz.

Heute habe ich ausgezahlt.
Heute sind meine beiden Kinder erwachsen.
Ich habe also meinen Teil des Vertrages eingehalten. Erledigt. Ausbezahlt bis zum letzten Heller.

Und heute, nach Ausbezahlung des Preises, kommt der Schmerz über die Konsequenzen der Entscheidung. Über die Tragweite vielleicht auch, denn ich habe heute den angemessenen Abstand, um sehen zu können, wie alles zusammenfliesst.

Ich habe mich entschieden für Frankreich, weil ich wusste, dass der Kindsvater niemals für etwas anderes offen sein würde und ich wollte meinen Kinder nicht diesen Teil ihrer Identität wegnehmen.

Stattdessen nahm ich ihnen und mir selbst meinen Teil an Identität.
Auch das war der Preis, den ich bezahlt habe.
Ich konnte damals nicht anders.

Ich bedaure nichts, denn ich liebe den Menschen, der ich heute bin. Alles, was ich erlebte, brauchte ich, um dieser Mensch zu werden.
Nur ist da eben dieser Schmerz…
Den spürte ich bisher gar nicht so.
Heute  i s t  er.

Dieser Schmerz ist der wahre Preis.

Er ist, was übrig bleibt, wenn alle Konten ausgeglichen sind.
Das, was wir dann spüren.
Der Moment, wenn alles in uns an seinen rechten Platz rückt. Wenn die Sonne plötzlich durch die Blätter fällt und alles nochmals in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Nicht mehr im Licht des Preises.
Sondern im so sanften und manchmal auch grausamen Licht des Gefühls.

Ich hatte mich arrangiert mit meiner Entscheidung. Bestmöglich. Ich kann das gut.
Viele Menschen denken, ich wäre so frei und ja, natürlich, bin ich frei.
Frei innerhalb meines Arrangements.
Und natürlich war ich frei, zu entscheiden, klar, ich hätte auch sagen können, ich gehe beispielsweise nach Deutschland.
Wenn ich es geschafft hätte, meine Kinder über die Grenze zu bringen, dann hätte ich alle Rechte gehabt. Alle. Und womöglich ein viel leichteres Leben, als ich in Frankreich hatte.
Ich hatte mich aber anders entschieden.

Wie frei wir wirklich sind, weiss ich nicht.

Klar sind wir frei.

Wir entscheiden uns einfach.
Irgendwann mal.
Frei für etwas.

Bei den Konsequenzen sind wir nicht frei. Die müssen wir bezahlen.

Und was genau ist dann dieser Schmerz?
Die Konsequenz der Konsequenz?
Oder die Konsequenz des Preises?
Das Gefühl, das da mit einhergeht…

Vielleicht ist der Schmerz auch nur da, um mit uns unser Loslassen zu feiern.
Dann, wenn wir alle Schritte durchlaufen haben.
Dann, wenn wir endlich unser Schuldenbuch verbrennen können.
Dann, wenn wir ans Leben zurückgegeben haben, was es von uns gefordert hat.

Vielleicht ist es der Schmerz des Abschieds?
Oder aber der der Erleichterung?

Ich weiss es nicht.
Ich weiss auch nicht, ob es wichtig ist, ihn zu benennen.
Ich weiss nur, dass ich nicht anders kann, als ihn zu leben.

Denn er  i s t .

7 Comments

  1. Monika Monika

    Ja, liebste Mirjana, ich kenne ihn – den Schmerz. Ich bin bei dir und mit dir.

    Und ja, ich weiß, dass es auch mit dem Loslassen zu tun. hat. Auch wenn wir bewusst und gewollt loslassen und uns auf das Neue freuen. Er ist da. Weil es gleichzeitig auch ein Abschied ist. Ein Abschied, von dem was wir gelebt haben.

    Ich hatte sehr viele Veränderungen in meinem Leben und es hat gedauert, diesen Schmerz zu akzeptieren. Gerade in den letzten Jahren habe ich das Loslassen bis zum Exzess gelebt. Kein Lebensbereich blieb, so wie er war.

    „Vielleicht ist es der Schmerz des Abschieds?
    Oder aber der der Erleichterung?
    Ich weiss es nicht.
    Ich weiss auch nicht, ob es wichtig ist, ihn zu benennen.
    Ich weiss nur, dass ich nicht anders kann, als ihn zu leben.“

    schreibst du. Und nochmals Ja. Schlussendlich – es ist, so wie es ist.
    Und es ist gut, nicht nur anzunehmen, auch zu akzeptieren und zu leben, was immer auch ist.
    Aber, wem sage ich das?;-)

    Herzlichst Monika

    • Ich danke dir, meine liebe Monika.

      Ich weiss noch gar nicht, ob ich alles in Worte fassen kann. Schon gestern wusste ich nicht, wie klar meine Worte sind. Doch ich sehe, ich werde verstanden. Welch ein Segen.

      Es ist wie eine Dusche. Oder ein plötzlicher Regenschauer. Ich fühle mich durchnässt von Schmerz.

      Leben ist Schmerz. Davon bin ich überzeugt. Und meine den Schmerz nicht negativ, sowieso nicht. Aber das Leben ist keine seichte Suppe. Und derjenige, der es so erlebt, in dessen Haut mag ich nicht stecken. Wenn der Tag kommt, an dem er endlich zu spüren vermag… Ohje. Welche Gewalt.

      Habe ich ihn erwartet, diesen Schmerz?
      Jetzt? Heute? Hier?
      Ich weiss es nicht. Ich glaube nicht.

      Die Konfrontation und das längere Eintauchen in Deutschland ändert so viel in mir.
      Ich schaue zurück, auch darauf, dass ich vorher nicht länger kommen konnte. Auch darauf, wie es dazu kam, dass ich selten hier war.
      Natürlich hängt alles zusammen.
      Meine eigenen Entscheidungen zogen Reaktionen anderer menschen hinter sich her, die wiederum Auslöser für weitere meiner Entscheidungen waren.
      Ein nicht enden wollender Rattenschwanz.

      Und obwohl ich ein fühlender Mensch bin, so nah an meinem Empfinden, an meiner emotionalen Wirklichkeit, so war ich mit diesem Schmerz nur selten konfrontiert. Er war bereits da. Ich kenne ihn. Im Ansatz.

      Vielleicht kann er sich heute voll entfalten, weil alles durch ist?
      Weil heute meine Söhne gross sind?
      Weil ich heute wieder frei entscheiden kann?

      Ich weiss es nicht.
      Oder ich habe heute einfach nur genügend Kraft, um ihn auszuhalten.
      Und das Leben schickt ihn mir deshalb.

      Ich grüsse dich,
      von Herzen.

      mirjana

      Danke für deine Begleitung.

  2. Brigitte Brigitte

    Liebe Mirjana,

    Ehrlichkeit sich selbst gegenüber … damit hast du mich (wieder einmal) zum nachdenken angeregt.

    Wie oft war ich nicht ehrlich mir gegenüber, bin nicht zu dem gestanden, was ich denke und fühle. Ich habe mich von anderen regelrecht überrollen, mundtod machen lassen. Ich war nicht ich selbst, habe ein Leben geführt, das anderen gefällt (oder gefallen könnte).

    Die ist mir in der Zeit meiner Therapie bewußt geworden. Dennoch macht sich gerade wieder ein Schlendrian in mir breit, weil ich viel Zeit zum nachdenken habe. Ich kann gerade nicht alles „mit rechts machen“, bin durch die Schulter-OP körperlich eingeschränkt.
    Aber geistig nicht!
    Wie gut!

    Schmerzlawienen haben mich während meiner Therapiezeit überrollt. Ich war ihnen gegenüber machtlos, ausgeliefert.
    Für mich war es eine Trauerzeit, Abschied von altem.
    Kehrwoche (besser: Kehrjahre 😉 ) in meinem Leben halten.
    Platz schaffen für Neues.

    Trotzdem immer wieder kleine Rückfälle in das alte Bewußtsein, in das alte Leben.
    Aber meine Seele weiß jetzt um das Neue, läßt mich schnell wieder auf den eingeschlagenen Weg zurück kehren.

    Ich lerne viel von dir über mich.

    Dafür bin ich sehr dankbar!

    Herzliche Grüße
    Brigitte

    • Liebe Brigitte,
      ich danke dir.
      Wenn wir voneinander lernen können, uns inspirieren können, einander zum Denken und Handeln anregen, dann ist das Wichtigste geschafft. Das ist die wahre Chance unseres Menschseins. Oder der menschlichen Gemeinschaft.

      Der Schmerz ist gut.
      Schmerz ist Leben.
      Leben ist Schmerz.

      Ich glaube daran. Ich nehme den Schmerz als solches hin. Viele bewerten Schmerz negativ. Das tue ich nicht. Vielleicht ist das Wort „Schmerz“ nicht mehr neutral genug. Ich weiss kein anderes.

      Ich arbeite seit langen Jahren mit dem Schmerz. Berufsbedingt durch die Geburtsvorbereitung. Ich konnte den Frauen keine schmerzfreie Geburt vorlügen. Doch ich konnte ihnen einen Weg heraus aus dem Leiden anbieten.
      Das habe ich getan.

      Da liegt für mich der Schlüssel.
      Aus dem Leiden treten und den Schmerz annehmen.
      Aufrecht und würdevoll.
      Denn er ist Teil von uns.

      Vielleicht kennst du diesen Text noch nicht.
      Er geht um mein Durchqueren eines körperlichen Schmerzes.
      Der seelische Schmerz geht ähnliche Wege.

      Ich grüsse dich,
      von Herzen,

      mirjana

      http://mirjana-petricevic.com/de/loslassen-und-neu-gebaeren/

      • Brigitte Brigitte

        Liebe Mirjana,

        loslassen und neu gebären – Wechseljahre – Wandeljahre.

        Wie passend dein Artikel aus dem Jahre 2015 zu deinem letzten Eintrag hier.

        Ich bin davon überzeugt, dass der ausgelebte Schmerz ein Reinigungsvorgang in uns auslöst und überlebensnotwenig ist. Unsere Seele meint es gut mit uns und zeigt sich. Ich habe gelernt, diesen Schmerz dankbar anzunehmen.

        Manchmal spüre ich sogar, wie ein Stein nach dem anderen von der inneren Mauer abgetragen wird.

        Dann liegt sie offen da, dieses kleine empfindliche Baby Seele.

        Ja, sie ist empfindlicher, aber auch empfänglicher geworden. Wie jedes Baby muß sie verwöhnt und umsorgt werden.

        Schmerz, so schön, aber auch schmerzhaft.

        Herzlichst
        Brigitte

  3. Jutta Jutta

    für Mirjana – und für mich, und für alle, die sich nicht aufgeben,
    sondern immer weiter fragen, nach dem ganzen leben:

    der schmerz der nicht-gelebten biographien …
    die kopf-kino-filme, die doch auch möglich gewesen wären – wenn, ja w e n n ich damals anders entschieden hätte …
    doch die jetzt nicht mehr zurückzudrehen sind – in dieser welt, so konkret festgemacht in raum & zeit …

    ich hab mich aber s o und nicht anders entschieden …
    weil ich letztlich nicht anders „konnte“ …
    und trotzdem hab ich in jedem moment die möglichkeit von 36o°, und die spirits werden rundum stehen und sehen, wozu ich mich entscheide … und dann werden sie mitgehen, und auch den nächsten schritt wieder begleiten …
    am schlimmsten wär das still-stehen, das verweigern, das hinsetzen & trotzen …

    am ende unseres lebens werden wir weniger das bereuen, was wir getan haben – als vielmehr das, was wir nicht getan haben … das wird wohl schmerzhaft sein; drum isses gut, wenn uns der schmerz schon vorher begegnet, auf die schulter klopft und fragt: hey, was willst du denn eigentlich? wozu bist du gekommen, weißt du´s noch?

    also – mich immer wieder fragen: ja, bisher hatte ich diesen oder jenen vertrag mit dem leben & meinen übernommenen versprechen & glaubenssätzen (ich war nach dem tod unserer eltern vormund meines bruders) – doch nun bin ich frei, und was kann meinem lebenstraum jetzt am nächsten kommen?
    welchen schritt kann ich setzen?
    wenn ich mich´s endlich trau …?
    welche sehnsucht ist bisher am stärksten unerfüllt geblieben?

    und dann: solches neuland, dinge zu tun, die ich noch nie getan hab – statt mir´s im alter „einzurichten“ – das hält sowas von jung!
    denn die seele hat kein alter, und wo immer sich eine gelegenheit bietet, geht diese unendliche seelenreise weiter – damit etwas ganzer werden kann, heilt … wenn sich im konkreten hier & jetzt auch nur annähernd die entsprechende szenerie anbietet.
    und nochamal: das hält so jung – unglaublich, da gibt´s kein alter, nur ein ständiges neu-anfangen …
    und sich erinnern … was war´s denn eigentlich, wozu ich gekommen bin …?
    wieso konnte ich mich so abbringen lassen davon?
    oder – war denn nicht genau all das genau so nötig und „die beste ausbildung“, das „schleifen des diamanten“ – und das geht nur unter wasser = mit tränen, um nun endlich an „meins“ zu gehen – denn: „bezahlt hab ich schon“ …?!

    in dankbarkeit & großer wertschätzung für dein teilen
    sowie in tiefer verbundenheit,
    Jutta

    • Liebe Jutta,
      ich danke dir für deine Zeilen.
      Mir geht es gar nicht um den Schmerz der nicht-gelebten Biografien. Ich schrieb es ja oben deutlich. Ich bedaure nichts, wahrlich nicht. Der Mensch, der ich heute bin, ist der, der ich sein möchte. Und dazu gehört genau der Weg, den ich gegangen bin.
      Und ja, klar denke ich, dass wir immer frei sind, uns umzuentscheiden. Etwas ganz anders zu machen. Oder in die komplett andere Richtung zu gehen, Verträge zu brechen etc.
      Davon bin ich überzeugt.

      Wenn wir nicht anders können, dann liegt es nur an der Enge des Horizontes unserer Vorstellung.
      All das stelle ich gar nicht in Frage.
      Darum ging es mir hier nur nicht.
      Sollte es trotzdem so rüber gekommen sein, dann war ich vielleicht nicht klar genug.

      Es geht mir um den Schmerz. Nur um diesen. Den, der trotz klarer Entscheidung und Suche nach Würde innerhalb eines Lebensweges trotzdem aufkommt. Nicht, weil wir etwas verpasst haben. Wir verpassen nie etwas. Wir lernen im Rhythmus unserer eigenen Schnelligkeit oder Langsamkeit. Oder nennen wir es im Rhythmus unserer Bereitschaft. Oder nach Bedarf unserer Seele.
      Im Grunde ist es egal, wie wir es benennen.

      Und ja, ich nenne es „bezahlen“, eben weil es viele Menschen auf- und auch abschreckt, das so zu lesen. Doch auch hier lege ich keinen negativen Schleier auf die Benennung. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir das genau anschauen. Dieses Bezahlen; Denn das führt uns in unsere Eigenverantwortung. Und dies ist für mich das Wichtigste im Leben. Die Übernahme unserer Eigenverantwortung.

      Der Schmerz gehört dort auch hinein.

      Eigenverantwortlich leben bedeutet nicht nur Zuckerschlecken und Leichtigkeit. Und alles fügt sich schon.
      Nein, ich glaube nicht.
      Eigenverantwortlich leben bedeutet für mich, seine Rechnungen zu bezahlen, seine Entscheidung in Würde zu tragen (mit all den Hochs und Tiefs, mit all dem Lachen und Weinen), und auch den tiefen Schmerz zuzulassen, der zur Entscheidung gehört. Ebenso wie die tiefe Freude.

      Vielleicht magst du meinen Text lesen über Drama und Tragödie. Ich setze den Link darunter.
      Er erklärt, wie ich Würde definiere.

      http://mirjana-petricevic.com/de/drama-oder-tragoedie/

      Ich grüsse dich, herzlich,

      mirjana

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